Edelbrand hat es nicht eilig. Nur am Anfang.

Wenn die Frucht kommt, zählt jede Stunde. Sie soll nichts von ihrem Geschmack verlieren, bevor wir sie brennen. Danach hat der Brand alle Zeit der Welt.

Ganze Frucht, nichts dazu.

In die Brennerei kommt nur frisches Obst. Kein Püree, kein Halbfabrikat, nichts Vorverarbeitetes. So bleibt jede Frucht von Anfang an unter Kontrolle, vom Reifegrad bis zum Geschmack. Ist sie da, geht es rasch: Kernobst wird gemahlen, Steinobst entsteint, Beeren werden gequetscht, dann vergärt alles kühl bei 18 bis 20 Grad, ein paar Tage nur.

Zweimal durchs Kupfer.

Jedes Destillat wird zweifach gebrannt. Einmal reicht nicht. Erst der zweite Brand bringt die Klarheit und die Reinheit, auf die es ankommt. Und genau dabei wird getrennt, was nicht ins Glas gehört: Vorlauf, Nachlauf, weg damit. Übrig bleibt das Herzstück, der reinste Teil, in dem die Frucht am deutlichsten schmeckt. Jeder Schnitt sitzt.

Dann hat er Zeit.

Jetzt drängt nichts mehr. Klare Brände ruhen ein bis vier Jahre in Glasballon oder Stahltank, bis sie weich und rund sind. Die fassgelagerten kommen für viele Jahre ins Eichenfass. Frisch gebrannt schmeckt ein Brand schon ordentlich. Aber erst die Jahre geben ihm seinen Charakter.