»Kein Essig ist mit der Steiermark so sehr verbunden wie der Apfelessig. Besonders gut wird er aus alten Apfelsorten.«

Alois Gölles

Apfel Essig aus alten Mostapfelsorten

Im Oktober wird geerntet. Maschansker, Gravensteiner, Bohnapfel, alte Sorten, die kaum jemand mehr pflanzt, weil sie sich als Tafelobst nicht verkaufen. Für Essig ist genau das ein Vorteil. Kräftige Säure, viel Gerbstoff, breite Geschmacksvielfalt. Rund zehn Hektar Obstgärten bewirtschaften wir selbst, rund um Riegersburg. Direkt neben dem Essigkeller sind zwei Hektar neu ausgepflanzt, mit alten Streuobstsorten, höheren Stämmen und größeren Kronen. Was von dort kommt und was aus dem Vulkanland dazukommt, wird in Riegersburg verarbeitet, insgesamt etwa 500 Tonnen Obst im Jahr.

Zwei Jahre im Essigfasskeller

Rund 1.500 Eichenfässer stehen bei uns im Keller, der größte Essigfasskeller Österreichs. Der Apfel Essig bleibt darin mindestens zwei Jahre. Das Fass arbeitet in dieser Zeit ohne Zutun, es gibt keinen Schritt, den man beschleunigen könnte. Holz atmet, ein Teil verdunstet, der Rest wird ruhiger. Der Keller ist kühl und riecht nach Essig, nicht nach Wein. Kein Fass wird beheizt, kein Essig beschleunigt. Zwei Jahre sind für einen Speiseessig viel. Man merkt es weniger im Geruch als beim ersten Löffel Salat.

Aus dem Obstgarten Österreichs

Das Steirische Vulkanland trägt seinen Namen aus der Erdgeschichte. Vulkanausbrüche haben diese Landschaft vor Millionen von Jahren geformt, und was Wind und Wetter seither aus dem Gestein gemacht haben, ist jener fruchtbare Boden, auf dem rund um Riegersburg heute die Obstgärten stehen.

Auf rund zehn Hektar stehen dort unsere eigenen Obstgärten, dazu kommt Obst von Bauern aus der Umgebung, die wir seit Jahrzehnten kennen.

Zu Blattsalaten, Endiviensalat, Gulaschsuppe und Tafelspitz, mit Wasser verdünnt auch zum Trinken. Er harmoniert mit Kürbiskernöl, Olivenöl und Sonnenblumenöl. Die Verbindung mit steirischem Kürbiskernöl ist die naheliegendste, im Blattsalat wie im warmen Erdäpfelsalat. Fürs Dressing zwei bis drei Teile Öl auf einen Teil Essig, dann abschmecken.

Die Reifezeit und die Konsistenz. Der Apfel Essig reift mindestens zwei Jahre im Eichenfass, bleibt hell und hat 5% Säure, er wird zum Anmachen und Würzen verwendet. Der Apfel Balsamessig reift mindestens zehn Jahre, ist dunkel, dicht und süß-säuerlich, und kommt tropfenweise zum Einsatz.

Weil er Zeit hatte. Was viele von Apfelessig kennen, ist die Schärfe. Hier stehen Frucht und Reifezeit vorne, alte Mostapfelsorten mit viel Aroma und mindestens zwei Jahre im Eichenfass. Die Säure liegt bei 5%, fruchtig statt stechend.

Mit Wasser verdünnt ja, das steht auch am Etikett. Ein Teelöffel auf ein Glas Wasser ist die übliche Art. Die Frucht der alten Mostapfelsorten bleibt dabei gut erkennbar.

Alte Mostapfelsorten aus dem Vulkanland, vor allem Maschansker, Rosenapfel und Bohnapfel. Tafeläpfel wären zu süß und zu arm an Säure. Ein Teil der Äpfel wächst in unseren eigenen Obstgärten rund um Riegersburg, geerntet wird im Oktober. Der Rest kommt aus dem Vulkanland und dem umliegenden Anbaugebiet.

Unbegrenzt, solange die Flasche verschlossen ist. Essig braucht kein Mindesthaltbarkeitsdatum, seine eigene Säure konserviert ihn. Nach dem Öffnen dunkel und nicht zu warm stellen, kühlen ist nicht nötig. Ein Bodensatz ist normal und zeigt, dass nichts nachbehandelt wurde.


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